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Brennercom zwischen Supernetzen und Cloud im Herzen der Innovation

Brennercom zwischen Supernetzen und Cloud im Herzen der Innovation
 
 
- Ein halbes Jahr nach der Einführung der „Operation Cloud Computing“ zieht Geschäftsführer Karl Manfredi Bilanz und spricht über die nächsten Ziele.
- Die Stärke der Brennercom ist die Verbindung von IT-Plattformen und unternehmenseigenen Netzen.
- Welche Aufgabe haben lokale Carrier in einer sich konsolidierenden Branche? Warum müssen neue Glasfasernetze „nachhaltig“ sein?
- NSA-Datagate: Wenn die Daten in Italien bleiben, sind sie sicherer. In Innsbruck entsteht ein zusätzliches Rechenzentrum.


Das Jahr 2013 schließt für Brennercom mit einer bemerkenswerten Entwicklung: Der Telekommunikationsanbieter mit Firmensitzen in Bozen und Trient ist nun auch jenseits der Grenzen seines traditionellen Einzuggebiets aktiv – mal abgesehen von den länger bestehenden Niederlassungen in Innsbruck und im österreichischen Tirol. Außerdem erweitert Brennercom konsequent sein Angebot aus der „Wolke“, also an IT-Services aus der Cloud. Geschäftsführer Karl Manfredi nimmt dies zum Anlass, Zwischenbilanz zu ziehen und den neuen Kurs vorzustellen: Im Veneto, im Umland von Verona, hat Brennercom das erste Glasfasernetz vor Ort realisiert. Im Interview erläutert Manfredi, wie mit neuen Technologien „Smart Cities“ entstehen, in denen Bürger von fortschrittlichen IT-Dienstleistungen profitieren.

- Herr Manfredi, innerhalb der Telekommunikations-Branche, die viele skeptisch betrachten, ist Brennercom weiterhin auf Expansionskurs. Was ist die Grundlage dafür?
Unser Unternehmen ist seit jeher stark öffentlich ausgerichtet, auch wenn die Beteiligung der öffentlichen Hand langsam zurückgeht. Dennoch wird es nach den Grundsätzen eines gesunden, privatwirtschaftlichen Unternehmens geführt. Mit anderen Worten: Wir haben ein vorsichtiges Finanzmanagement, dem aber eine eindeutig industrielle Prägung zugrunde liegt. Brennercom setzt also auf kontinuierliches, nachhaltiges Wachstum mit einem Fokus auf dem, was wir am Besten können. Und das in einem Markt, in dem kein Stillstand erlaubt ist, wie Sie in Ihrer Frage richtig andeuteten.

- 2013 war das Jahr der Cloud. Wird es durch viele neue Akteure auf diesem Markt nun eng? Wie bleibt Brennercom wettbewerbsfähig?

Lassen Sie mich zwei Aspekte zu Brennercom und dem aktuellen Markt festhalten: Zunächst einmal ist die Cloud für uns kein Neuland. Der Begriff Cloud steht für die flexible Bereitstellung von Dienstleistungen über das Internet. Es ist klar, dass dieses Angebot für Brennercom alles andere als neu ist. Als Provider für typische Internetdienste aus der Cloud – von Domains bis zu E-Mails – haben wir dieses Geschäftsfeld nicht erst in diesem Jahr aufgebaut. Auch im Bereich der Data Center-Services haben wir uns weiterentwickelt. Am Anfang stellten wir eine sichere und geschützte Umgebung innerhalb unserer Serverfarmen für IT-Geräte unserer Kunden zur Verfügung, etwa für Server und Festplatten. Nach und nach fragten Kunden selbst an, ob wir diese Geräte für sie betreiben und verwalten könnten. Diese Entwicklung verlief schrittweise innerhalb der letzten fünf, sechs Jahre.
Der zweite Aspekt bezieht sich auf die zum Teil immensen Unterschiede zwischen den Angeboten der zahlreichen Cloud-Anbieter auf dem Markt. Es ist wie in anderen Branchen auch: Wenn Sie etwa ein Auto kaufen, haben Sie die Wahl zwischen einem indischen Kleinwagen und einer Topmarke. Und genau dort positionieren wir uns: Wir bieten Spitzenklasse in puncto Qualität, Zuverlässigkeit, Performance und Service und wollen sozusagen der Mercedes oder BMW innerhalb der Branche sein.

- Auch preislich?
Dank unserer Größenvorteile, und weil wir gleichzeitig auch Netzanbieter sind, haben wir eine sehr viel bessere Kostenkontrolle als andere. Das hält uns wettbewerbsfähig. Natürlich wollen wir auch nicht der billigste Anbieter auf dem Markt sein, sondern derjenige, der den Firmen die meisten Probleme abnimmt, also auch Kosten senkt. Um auf das Beispiel mit dem Pkw zurückzukommen: Zu den Kosten zählt neben dem Kaufbetrag, den man an den Händler bezahlt, ja auch der Preis für Reparaturen oder Werkstattbesuche.

- In der Zwischenzeit arbeiten Sie auch weiter an einem Ausbau der Breitbandnetze ...
Zum Glück gibt es diesen Themen gegenüber in unseren Provinzen Bozen und Trient eine große Sensibilität, auf politischer Ebene und in der Bevölkerung. Diese Erfahrung begleitet uns bei Entwicklungen jenseits unseres Einzugsgebiets. Nicht zufällig kommen die Forderungen nach einem Ausbau des Glasfasernetzes häufig direkt aus der Unternehmenswelt, zum Beispiel von einer Winzervereinigung. Eben weil es in manchen Gebieten keinen ADSL-Zugang gibt, zumindest keinen qualitativ hochwertigen, man aber trotzdem nicht abgeschnitten sein will und darf. Schauen Sie, was in anderen Regionen Italiens geschieht, etwa in Apulien: Dieses Jahr werden dort tonnenweise Trauben nicht einmal mehr geerntet, weil die Preise unrentabel sind und Hunderte Firmen schließen mussten. Wenn man sich nicht auf den richtigen Märkten bewegt, riskiert man das Aus.

- Die digitale Agenda für Italien und auch die europäische sind nicht gerade im Laufschritt unterwegs, auch nicht hinsichtlich der Netze …
Leider trifft das wohl zu, aber vielleicht basierten sie zum Teil auch auf Annahmen, die noch zu beweisen sind. Investitionen müssen gerechtfertigt sein und sich auszahlen. Nehmen wir die Glasfaseranschlüsse direkt bis zum Nutzer, die wir in den letzten Jahren verlegt haben. Im Fokus standen dabei vor allem wirtschaftlich starke Gebiete, sprich Gewerbe- und Industriegebiete, aber auch auf Tourismus ausgerichtete Gegenden. Glasfasernetze bringen zunächst vor allem den Unternehmen Vorteile. Dieser Fokus ist also kein Ergebnis von „Wirtschaftssnobismus“, wie manch einer denken mag. Hochleistungsnetze zeigen ihre Stärken eben vor allem in einem Kontext hoher Anforderungen an den ein- sowie an den ausgehenden Datenverkehr mit mehreren Nutzern, die gleichzeitig verbunden sind. Klar, dass in diesen Gegenden auch Privatpersonen mehr Anschlüsse beantragen. Wir haben bereits mehrere solcher „Glasfaserinseln“ freigeschaltet, die letzten im Trentino und im Großraum Verona. Im Gewerbegebiet Brixen hat Brennercom ein Glasfasernetz mit FTTH (Fiber To The Home)-Zugängen verlegt, ein weiteres ist im Industriegebiet Bozen Süd im Bau. Auch nach Friaul-Julisch Venetien bringen wir die Glasfaser. Mittlerweile hat Brennercom 1.000 Kunden, die über FTTH, also über ein Glasfaserkabel direkt bis ins Haus, angeschlossen sind.

- In einem der kürzlich vernetzten Gebiete, Nogarole Rocca, haben Sie von Smart Cities gesprochen. Wie hängt das zusammen?
Ja, davon war Anfang November in Nogarole Rocca die Rede. Das Gebiet liegt in der Nähe von Verona entlang der Achse Modena – Brenner. Die dort ansässigen Unternehmen, Verbände und Behörden haben ein großes Interesse an Glasfaseranschlüssen. Unser Ausgangspunkt ist es, mit den neuen Netzen auf der Welle des Web 3.0 zu reiten, das gekennzeichnet ist von Mobilität und der Vernetzung von Endgeräten und Anwendungen. Die Netze und die Cloud werden in Zukunft noch stärker zu Hilfsmitteln, um die Effizienz von Behörden zu steigern und den Bürgern mehr Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Allerdings darf man Eines nicht vergessen: Es geht hier um Möglichkeiten, die uns nicht einfach so zur Verfügung stehen, wie Licht und Sonne, sondern die das Ergebnis von Investitionen sind. E-Government, Gesundheitswesen, also E-Health, Bürgerdienste und vieles weitere brauchen auch entsprechende Infrastrukturen. Daher ist es wichtig, die nötigen Ressourcen entsprechend der gewünschten Vorteile zur Verfügung zu stellen.

- Regierung und Europäische Kommission sprechen von einer „Konsolidierung“ der Branche. Das rief bei vielen Internet Providern besorgte Kommentare hervor. Wie reagieren kleinere Anbieter wie Brennercom?
Als Brennercom vor fünfzehn Jahren gegründet wurde, kam es infolge der Liberalisierung des Sektors auf europäischer Ebene objektiv zu einer Reihe von Auswüchsen. Brennercom konnte in all den Jahren stets Bilanzgewinne ausweisen, was die Finanz- und Investitionskraft gestärkt und unterstützt hat. Daher schauen wir heute optimistisch in die Zukunft. Wenn von „Konsolidierung“ gesprochen wird, bin ich prinzipiell damit einverstanden. Auch ich bin dafür, die Vervielfachung von Kosten und Infrastrukturen zu vermeiden. Zum Beispiel sollte man auf der „Passivseite“ der Kommunikationsnetze, also bei den Kabeln, darauf achten, nicht unnötig doppelte Installationen zu schaffen. Andererseits sollte man auch Vorrangstellungen vermeiden. Nationale Monopole zu schaffen, wäre anachronistisch. Paneuropäische Konzerne lassen sich wegen der politischen Implikationen im Übrigen nicht „am grünen Tisch“ betreiben. Man schaue sich nur an, was in diesen Wochen bei Telecom Italia – Telefonica passiert. Was uns betrifft, kann ich sagen, dass Brennercom ein erfolgreiches Beispiel für einen „glocalen“ Player darstellt: Wir sind in unserem Einzugsgebiet verwurzelt und haben ein Netz geschaffen, das den grenzüberschreitenden Markt im Blick hat. Und wir haben bereits begonnen, unser Gebiet geografisch zu erweitern. Um dabei erfolgreich zu sein, setzen wir auf ein breites Angebot, das neben dem Internetanschluss immer mehr Dienstleistungen umfasst. Die Cloud dient dem Netz ebenso, wie das Netz der Cloud dient. Genau das ist unsere Stärke und ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, sich von einem Großteil des Wettbewerbs abzuheben. Ich würde gern in diesem Zusammenhang noch etwas klarstellen: Auch in den Vereinigten Staaten gibt es, abgesehen von relativ wenigen nationalen Carriern, eine nicht unerhebliche Anzahl lokaler Akteure, die ihr Einzugsgebiet mit qualitativ hochwertigen Services versorgen.

- In den letzten Monaten wird ja im Zusammenhang mit der Cloud und den Übertragungsnetzen viel von Datensicherheit gesprochen. Was lehrt uns der NSA-Skandal?
Er gibt zweifellos Anlass zur Reflexion. Im März, also noch vor dem sogenannten Datagate, hatten wir den Kommandanten der Finanzpolizei Bozen als Redner bei der Eröffnung unserer neuen Serverfarm CUbE zu Gast, um das Thema Cloud vorzustellen. Das war kein Zufall, schon immer weisen wir darauf hin, wie wichtig die Aufbewahrung und Verwaltung von Daten innerhalb eines sicheren, transparent geregelten Systems im Einklang mit der nationalen Gesetzgebung ist. Viele Länder gehen nun das Problem an und entwickeln Gegenmaßnahmen. Brennercom hat seit jeher betont, dass sich die Informationen unserer Kunden hier in Italien und innerhalb der Europäischen Union befinden. Man darf nicht vergessen, dass wir auch Kunden in Österreich haben, viele unserer Kunden sind in mehreren Ländern tätig.
Aus diesem Grund ergänzen wir zurzeit die beiden bestehenden Rechenzentren in Bozen und Trient, die wir erst kürzlich nach dem letzten Stand der physischen Sicherheit ausgerüstet haben, durch ein drittes Data Center in Innsbruck. Kurz gesagt: Wir nehmen die Angelegenheit extrem ernst. Außerdem ist die Cloud ja ein Markt, der keine geografischen Grenzen kennt, und die Nachfrage nach Speicherservices wächst. Unsere beiden Rechenzentren in Bozen und Trient sind über die schnellste Datenautobahn Italiens, die mit Übertragungskanälen von jeweils 100 Gigabit auch zu den leistungsstärksten der Welt gehört, miteinander vernetzt. Hierüber liefern wir Top-Lösungen mit höchster Verfügbarkeit und Sicherheit, also auch in puncto Business Continuity und Notfallwiederherstellung (BC/DR). Gleichzeitig möchten wir Brennercom auch hinsichtlich Datensicherheit und -schutz als den sichersten „Datensafe“ auf dem Markt positionieren.
 
 




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